Massive Schneefälle und schwere Sturmböen haben beinahe das gesamte Burgenland seit den frühen Morgenstunden fest im Griff.
Was als winterliche Kulisse begann, entwickelte sich rasch zu einem flächendeckenden Großeinsatz für die Rettungskräfte. Landesweit stehen derzeit rund 210 Feuerwehren mit ca. 2.500 Mitgliedern im Einsatz, um die Verkehrssicherheit und Infrastruktur aufrechtzuerhalten.
Schwerpunkt Südburgenland: Baumbruch und Straßensperren
Besonders kritisch ist die Lage im Süden des Landes. Im Bezirk Jennersdorf sorgte der nasse, schwere Neuschnee für massiven Baumbruch. Zahlreiche Verkehrswege wurden durch umgestürzte Bäume blockiert und mussten unter schwierigen Bedingungen freigemacht werden. Allein im Bezirk Jennersdorf verzeichnete die Landessicherheitszentrale (LSZ) knapp 75 Alarmierungen; viele weitere Einsätze wurden von den Ortsfeuerwehren direkt koordiniert.
Zivilschutzalarm in Neuhaus am Klausenbach
Die Wetterkapriolen führten zu erheblichen Störungen im Stromnetz. Nachdem Bäume in Leitungen gestürzt waren, blieben weite Teile des Bezirkes ohne Energie. Besonders kritisch bleibt die Lage in Neuhaus am Klausenbach, wo am Freitagabend aufgrund des anhaltenden Stromausfalls – der bereits seit 04:00 Uhr früh andauert – offizieller Zivilschutzalarm ausgelöst wurde. Betroffen sind neben dem Hauptort auch die Ortsteile Bonisdorf, Krottendorf und Kalch. Um die Bevölkerung zu unterstützen, wurden die örtlichen Feuerwehrhäuser als Notfall-Anlaufstellen besetzt. Während im Feuerwehrhaus Neuhaus zudem das Rote Kreuz stationiert ist und Verpflegung ausgegeben wird, dienen die Häuser in den Ortsteilen als direkte Kontaktpunkte für Notrufe. Insgesamt sind im Bezirk mehrere tausend Haushalte ohne Stromversorgung.
Gefährliche Bergungsarbeiten
Das Einsatzspektrum reicht von der Bergung hängen gebliebener PKW und LKW bis hin zu festsitzenden Schul- und Linienbussen. Die Einsatzkräfte arbeiten dabei am Limit:
• Fahrzeugbergungen auf spiegelglatten Fahrbahnen.
• Sicherungsmaßnahmen bei notwendigen Straßensperren.
• Gefahr durch Nachstürzen: Wind und die Last des nassen Schnees lassen kontinuierlich weitere Bäume umknicken und Äste abbrechen.
„Die Sicherheit unserer Kameradinnen und Kameraden hat oberste Priorität“, heißt es aus dem Bezirkskommando. Die Kombination aus Sturm und schwerem Schnee mache die Aufräumarbeiten im Wald und auf Freilandstraßen derzeit lebensgefährlich.
Ein Ende des Einsatzes ist vorerst nicht in Sicht, da nach wie vor laufend Bäume umstürzen und Verkehrswege blockieren.
Autor: HBI Martin ERNST






